Fachlexikon für Putze & Beschichtungen

Mineralischer Putz(-mörtel)

Grundsätzlich besteht Mörtel aus Gesteinskörnung („Zuschlag“), einem Bindemittel, optionalen Zusatzstoffen/mitteln und Wasser. Während früher diese Mischungen auf der Baustelle hergestellt wurden, werden heute in erster Linie Werktrockenmörtel eingesetzt, die auf der Baustelle nur noch mit Wasser vermengt werden müssen. Je nach Anwendungsbereich und Zusammensetzung werden Putz- und Mauermörtel unterschieden. Nach DIN EN 998-1 werden Putzmörtel nach Rezeptur, Herstellungsart, Eigenschaften und/oder Verwendung eingeteilt. Als mineralische Bindemittel können Kalk, Kalk-/Zement-Gemische, Zement oder Gips zum Einsatz kommen. Neben mineralischen Zuschlägen wie Sand, Granulaten (Körnungen) oder Leichtzuschlagstoffen enthalten mineralische Putze in der Regel auch organische Zusätze in geringer Menge, die bestimmte Mörteleigenschaften beeinflussen, z.B. Fasern, Erstarrungsbeschleuniger oder -verzögerer, Luftporenbildner, Dichtungs- und Hydrophobierungsmittel, haftungsverbessernde Redispersionspulver, Fließverbesserer für die maschinelle Förderung usw. Gemeinsam ist fast allen mineralischen Putzen, dass sie – im Gegensatz zu den pastösen Dispersionsputzen – in trockener Form geliefert werden. Nach Zugabe des Anmachwassers entsteht daraus der verarbeitungsfertige Putzmörtel, der, an Wänden und Decken ein- oder mehrlagig aufgebracht, durch Verfestigung am Baukörper seine endgültigen Eigenschaften erreicht.

Die DIN EN 13914 Teil 1 und 2 legt die Planung, Zubereitung und Ausführung von Außen- und Innenputzen fest, während die DIN 18550-1 Ergänzungen für den deutschen Markt fest definiert. Gips- und Gips-Kalkbasierte Putzmörtel sind aufgrund der Löslichkeit des Gipses nur im Innenbereich anzuwenden und werden in der harmonisierten Norm DIN EN 13279-1 geregelt.

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